SAAM, der Schweizer Verband für autonome Mobilität, war einer der 13 Partner von CCAM-ERAS, einem „Horizont Europa“-Projekt zu den sozialen und beschäftigungspolitischen Auswirkungen vernetzter und autonomer Mobilität. Das Projektkonsortium veröffentlichte nach seiner Abschlussveranstaltung am 9. Juni 2026 in Brüssel die folgende Pressemitteilung. Eine der Erkenntnisse betrifft die Schweiz unmittelbar: die Notwendigkeit, öffentliche Verwaltungen auf lokaler und regionaler Ebene zu schulen. Ab März 2028 werden die Schweizer Kantone und Städte für die Zulassung von fahrerlosen Fahrzeugen zuständig sein. „ SAAM “ plant, sein Informations- und Schulungsangebot für diese Behörden auszubauen.
Eine zweijährige Untersuchung zu den Auswirkungen selbstfahrender Fahrzeuge auf die Arbeitsplätze in Europa ergibt ein gemischtes Bild: Traditionelle Tätigkeiten im Bereich des Fahrens und der manuellen Wartung werden mit dem Vormarsch der vernetzten, kooperativen und automatisierten Mobilität (CCAM) zurückgehen, auch wenn durch diesen Wandel neue Berufe entstehen, für die es in der Branche noch keine Arbeitskräfte gibt. Angesichts des angespannten Arbeitsmarktes in Europa werden diese Verluste zwar weitgehend durch neue Stellen ausgeglichen, doch die eigentliche Herausforderung besteht laut den Forschern darin, ob die Arbeitnehmer schnell genug für die neuen Aufgaben umgeschult werden können, um mit der Entwicklung Schritt zu halten.
Das CCAM-ERAS-Projekt, eine von „Horizont Europa“ finanzierte Initiative, an der 13 Partner aus neun Ländern beteiligt sind, hatte sich zum Ziel gesetzt, die sozialen, technischen und beschäftigungspolitischen Auswirkungen der sich entwickelnden Technologie für autonomes Fahren zu ermitteln. Die Ergebnisse wurden am 9. Juni 2026 auf der Abschlussveranstaltung des Projekts in Brüssel umfassend vorgestellt.
Die deutlichsten Verluste betreffen Lkw- und Taxifahrer sowie manuelle Wartungsberufe, da automatisierte Systeme einen immer grösseren Teil der eigentlichen Fahraufgaben übernehmen. Neben diesem Rückgang weist die Studie jedoch auf eine erhebliche Umgestaltung der Aufgaben hin: Fahrer und Techniker wechseln in Aufsichts-, Diagnose- und digital unterstützte Funktionen, und es entstehen völlig neue Positionen zur Planung, zum Betrieb, zur Regulierung und zur Sicherung automatisierter Mobilitätssysteme. Anhand einer Bestandsaufnahme der Aufgaben in sechs realen Anwendungsfällen – von der Hafen- und Terminallogistik bis hin zum Carsharing und öffentlichen Nahverkehr – identifizierte das Projekt zwölf solcher Berufe, die in vier Bereiche gruppiert wurden:
- Der tägliche Betrieb bei CCAM: Kundendienstmitarbeiter, Flottenkoordinatoren, Spezialisten für den Fernbetrieb, Techniker, Sicherheitsfahrer
- Vorbereitung der Voraussetzungen für die Einführung: Aufgaben in den Bereichen Infrastrukturplanung und -entwicklung
- Politik und Regulierung: Fachreferenten, Versicherungsmathematiker, Entwickler von App-Schnittstellen
- Aufbau der zugrunde liegenden Technologie: Ingenieure für AV-Systeme, Compliance-Beauftragte, Spezialisten für Cybersicherheit
Das Projekt warnt davor, dass Qualifikationslücken bereits erkennbar sind und sich voraussichtlich noch vergrössern werden, da sich die Bildungs- und Ausbildungssysteme langsamer anpassen als die Technologie selbst. Diese Lücke ist besonders relevant für Arbeitnehmer, die aus den vom Rückgang betroffenen Bereichen des Fahr- und Wartungswesens ausscheiden; sie benötigen klare Wege in die Berufe, die die Branche schafft, damit der Übergang geordnet und nicht disruptiv verläuft.
Die Empfehlung lautet: Arbeitgeber, Regierungen und Bildungsträger sollten die Berufsprofile sowie die umfassendere Vorauswahl von zwölf Berufsbildern bereits jetzt, noch bevor der Bedarf entsteht, als Grundlage für Ausbildungswege nutzen. Das Projekt hat diese Ergebnisse sowohl im Rahmen eines Workshops mit den Interessengruppen als auch durch die Bereitstellung von ersten Schulungsunterlagen für die Interessengruppen, die auf die Ergebnisse eingegangen sind, validiert.
Im Rahmen des Projekts wurde auch die dringende Notwendigkeit hervorgehoben, die Kompetenzen der öffentlichen Verwaltungen, insbesondere auf kommunaler und regionaler Ebene, zu verbessern. Ein Ergebnis war die Konzeption eines zweitägigen Schulungsseminars, dessen Schwerpunkt darauf lag, das Verständnis der Kommunalverwaltungen in Bezug auf Regulierung, Genehmigungsverfahren und Bewertung zu vertiefen.
Projektleiterin Ioanna Kourounioti von Panteia sagte:
„CCAM ist nicht nur ein technologischer Wandel; es wird Arbeitsplätze, Qualifikationen und Mobilitätssysteme in ganz Europa neu gestalten. Als Projektkoordinator ist Panteia stolz auf die im Rahmen von CCAM-ERAS erzielten Erfolge und gewonnenen Erkenntnisse, durch die Fachwissen aus der gesamten CCAM-Wertschöpfungskette gebündelt wurde, um wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Empfehlungen umzusetzen. Unser gemeinsames Ziel ist es, sicherzustellen, dass sich die automatisierte Mobilität so entwickelt, dass sie einen gesellschaftlichen Mehrwert schafft, die Arbeitnehmer unterstützt und eine sichere, nachhaltige und inklusive Mobilität für alle ermöglicht.“
Hinweise für Redakteure
- Das Whitepaper, das Projektvideo und die vollständigen Ergebnisse von CCAM-ERAS (Beschäftigungsmodellierung, Qualifikationsprognosen, sozioökonomische Folgenabschätzung und politische Empfehlungen) sind auf der Website des Projekts unter www.ccam-eras.org verfügbar .
- CCAM-ERAS wird von Panteia BV (Niederlande) koordiniert und von der Europäischen Kommission im Rahmen von „Horizont Europa“ finanziert. Zu den Partnern zählen CINOP, Cambridge Econometrics, PAVE Europe, CORTE, MaaSLab, Rupprecht Consult, SINTEF, ITS Norway, WMG an der University of Warwick sowie SAAM
Medienkontakt für SAAM
Raphael Sauvain
Kommunikationsmanager
raphael.sauvain@saam.swiss
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