Autonome Mobilität wird den Verkehr revolutionieren
Auch wenn der Zeitplan für die vollständige Umsetzung noch ungewiss ist, ist die Integration dieser Technologie in unsere Verkehrssysteme unvermeidlich. Die Aufgabe von „ SAAM“ besteht darin, sich für diese Technologie einzusetzen und sicherzustellen, dass alle beteiligten Akteure aufeinander abgestimmt und auf die Zukunft der Mobilität vorbereitet sind.
Welche Rolle spielt die automatisierte Mobilität für Sie und Ihr Unternehmen?
Helmut Ruhl (AMAG Group): Halbautonome Systeme haben die Fahrsicherheit bereits erheblich verbessert. In den letzten 50 Jahren ist die Zahl der schweren Unfälle um 80 % zurückgegangen. Vollautonome Systeme ebnen nun den Weg dafür, dass die Vision des unfallfreien Fahrens greifbare Realität wird.
Jürg Wittwer (TCS): Die automatisierte Mobilität stellt eine Revolution dar, die mit der Einführung der Eisenbahn, des Flugzeugs oder des Autos im letzten Jahrhundert vergleichbar ist.
– Computer sind weniger fehleranfällig als Menschen, was die Verkehrssicherheit erheblich verbessert.
– Computer verarbeiten Informationen viel schneller als Menschen, sodass Autos enger hintereinander fahren können, ohne dass Ampeln erforderlich sind.
– Fahrzeuge werden miteinander kommunizieren, um die Vorfahrt zu regeln, was unsere Fortbewegungsarten grundlegend verändern wird.
Christian Plüss (PostAuto): Für ländliche Gebiete birgt die Technologie des autonomen Fahrens grosses Potenzial. Sie kann die Zubringerverbindungen zu wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen oder Bushaltestellen verbessern. Die Einführung kleinerer, autonomer Fahrzeuge könnte zu häufigeren und flexibleren Verbindungen für die Kunden führen und den öffentlichen Nahverkehr mit erschwinglichen, bedarfsorientierten Angeboten revolutionieren.
Wie werden sich der öffentliche Nahverkehr und der Individualverkehr in Zukunft gemeinsam weiterentwickeln?
Jürg Wittwer (TCS): Derzeit herrscht ein Wettbewerb zwischen dem öffentlichen Nahverkehr und dem motorisierten Individualverkehr. Die Grenze zwischen beiden Bereichen verschwimmt jedoch durch Dienste wie Taxis, die sich zwischen öffentlichem und privatem Verkehr bewegen. Das Aufkommen autonomer Fahrzeuge wird diese Grenzen weiter verwischen, bis sie möglicherweise ganz verschwinden.
Welche ökologischen Auswirkungen hat der autonome Shuttlebus?
Jürg Wittwer (TCS): Automatisierte Shuttlebusse sind kleiner und können so das öffentliche Verkehrsnetz verdichten sowie Leerfahrten reduzieren, was der Umwelt zugutekommt. Würde man beispielsweise in Zeiten geringer Nachfrage einen 40-Sitzer-Bus, der leer fährt, durch kleinere, automatisierte Shuttlebusse ersetzen, könnte dies die Verschwendung erheblich verringern.
Was sind die nächsten Schritte auf dem Weg zur Umsetzung der automatisierten Mobilität?
Christian Plüss (PostAuto): Mit Blick auf die Zukunft wollen wir Pilotregionen auswählen, um diese Dienste in den regulären Fahrplan zu integrieren und sie den Kunden zugänglich zu machen.
Welche Forderungen haben Sie an die politischen Entscheidungsträger hinsichtlich der Regulierung der autonomen Mobilität?
Denis Berdoz (TPG): Die politischen Rahmenbedingungen für die automatisierte Mobilität müssen anpassungsfähig sein, dem technologischen Fortschritt Rechnung tragen und ein für Testfahrten förderliches rechtliches Umfeld schaffen.
Lara Amini (LOXO): In der Schweiz ist es von entscheidender Bedeutung, ein Flickwerk aus unterschiedlichen Vorschriften in den 26 Kantonen zu vermeiden. Ein einheitlicher Ansatz würde sicherstellen, dass sich das autonome Fahren landesweit effizient entwickeln kann.
Was ist der Mehrwert von „ SAAM“ für Sie?
Christian Plüss (PostAuto): „ SAAM “ spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle, da es den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren erleichtert und so einen stärker integrierten Marktansatz in der Schweiz fördert.
Jürg Wittwer (TCS): Die Aufgabe von „ SAAM“ besteht darin, sich für diese Technologie einzusetzen und sicherzustellen, dass alle relevanten Akteure aufeinander abgestimmt und auf die Zukunft der Mobilität vorbereitet sind.



