Roadmap für automatisierte Mobilität in der Schweiz
Automatisierte Mobilität
Das zukünftige Mobilitätssystem der Schweiz ist gemeinschaftlich, intermodal und vernetzt. Automatisiertes Fahren ist ein integraler Bestandteil dieses Systems und macht es sicherer, komfortabler, effizienter und nachhaltiger.
Ausgangspunkt
Warum automatisierte Fahrzeuge
Was die Schweiz hat
Die Schweiz verfügt über ein dichtes und effizientes Strassen- und Schienennetz. Die Verkehrsträger sind eng miteinander verzahnt, und multimodale Mobilität ist gängige Praxis. Die Infrastruktur ist von hohem Standard und bietet ein hohes Mass an Sicherheit; die Unfallraten sind im internationalen Vergleich niedrig. Der Erhalt dieser Infrastruktur ist von entscheidender Bedeutung, denn Mobilität ist die Grundlage für wirtschaftlichen Wohlstand und sozialen Zusammenhalt.
Was bleibt offen
Das Transportsystem ist teuer, die Staus nehmen zu, die Umweltverschmutzung bleibt hoch, landwirtschaftliche Flächen gehen weiterhin durch den Strassenbau verloren, und grosse Teile der Bevölkerung können nicht oder nur eingeschränkt reisen.
- CHF 15,8 Mrd. Jährliche Kosten für den Bau und die Instandhaltung der Infrastruktur.
- 55.569 Stunden Stau auf nationalen Autobahnen – Tendenz steigend.
- Jährlich sterben etwa 250 Menschen im Strassenverkehr.
Wie automatisierte Fahrzeuge beitragen
- Über 90 % der Unfälle werden durch menschliches Versagen verursacht. Automatisierte Fahrzeuge reduzieren dieses Risiko erheblich.
- Die jährlichen Kosten von Verkehrsstaus in der Schweiz belaufen sich auf 3 Milliarden CHF . Automatisierte Fahrzeuge verbessern den Verkehrsfluss.
- 500.000 Menschen sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Automatisierte Fahrzeuge geben ihnen mehr Unabhängigkeit.
- Jeder dritte Fahrer erreicht bald das Rentenalter. Automatisierung trägt dazu bei, den Fachkräftemangel zu verringern.
- Im öffentlichen Nahverkehr werden neue Bedienungsgebiete eröffnet, mit verbessertem Service und reduzierten Kosten.
Definition
Was automatisiertes Fahren bedeutet
Automatisierte Fahrzeuge fahren fahrerlos und werden ferngesteuert überwacht. Das Fahrzeug erfasst seine Umgebung, trifft Entscheidungen und bewegt sich innerhalb eines definierten Einsatzgebietes sicher im Verkehr. Dies ist keine Zukunftsvision: Autonome Shuttles, Lieferfahrzeuge und fahrerlose Flughafentransporte sind in der Schweiz bereits im Einsatz, und weltweit werden täglich mehr als eine Million Kilometer fahrerlos zurückgelegt.
- 0
Fahrer erforderlich
Konventionell
Der Fahrer hat nahezu die volle Kontrolle.
- 1
Füsse ab
Unterstützt
Der Fahrer wird durch Tempomat und Einparkhilfe unterstützt.
Das Fahrzeug erfüllt einzelne Funktionen.
- 2
Hände weg!
Teilautomatisiert
Der Fahrer beobachtet das Geschehen, lenkt aber nicht mehr.
Das Fahrzeug steuert Funktionen wie Abstandhalten und Spurhalten.
- 3
Augen weg
Bedingt automatisiert
Der Fahrer übernimmt die Kontrolle nur in Ausnahmefällen.
Das Fahrzeug fährt selbstständig und warnt den Fahrer bei Bedarf.
- 4
Vollautomatisiert
Definierter Anwendungsbereich
Der Fahrer wird zum Beifahrer.
Das Fahrzeug führt alle Fahraufgaben innerhalb des definierten Einsatzgebietes aus.
- 5
Vollautomatisiert
Überall
Das Fahrzeug lenkt und fährt vollautomatisch und ist nicht mehr mit Gas- und Bremspedal ausgestattet.
Sechs Stufen der Fahrautomatisierung, wie von SAE International definiert.
Ziele
Fünf gleichgewichtige Ziele
Der Fahrplan verfolgt fünf Ziele. Sie sind gleichwertig und beeinflussen sich gegenseitig.
Integration
Automatisierte Fahrzeuge sind vollständig in die Mobilitätskette für Personen und Güter integriert.
Rahmenbedingungen
Die Schweiz bietet einen stabilen und dennoch flexiblen Rahmen für die sichere Nutzung neuer Technologien und die Etablierung neuer Dienstleistungen.
Annahme
Die Öffentlichkeit, Politiker, Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen den Einsatz und die Verbreitung von automatisierten Fahrzeugen in der Schweiz.
Zugänglichkeit
Automatisierte Mobilitätsdienste sind in der ganzen Schweiz verfügbar, sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten.
Nachhaltigkeit
Automatisierte Fahrzeuge tragen zu einem nachhaltigen, kosteneffizienten und sicheren Transportsystem bei.
Entwicklungsschritte
Drei Phasen bis 2040
Die Integration des automatisierten Fahrens in ein bestehendes und hochkomplexes System erfordert ein schrittweises Vorgehen. In der Grundlagenphase werden die technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Basismassnahmen geschaffen. Die Etablierungsphase priorisiert die Skalierung, sodass ein grösserer Teil der Fahrzeugflotte autonom fahren kann. Die flächendeckende Einführung erfolgt in der Expansionsphase.
Fundamentphase
2026–2030
Etablierungsphase
2030–2035
Expansionsphase
2035–2040
Öffentlicher und gemeinsamer Personenverkehr
Stiftung 2026–2030
- 50 Robotaxis
- 20 Shuttlebusse auf Abruf
- 10 öffentliche Busse
Der Business Case wurde auf Basis von Pilotprojekten bestätigt.
Gründung 2030–2035
- 2.000 Robotaxis
- 1.000 Shuttlebusse auf Abruf
- 30 öffentliche Busse
Dienstleistungen in zahlreichen Städten und Gemeinden in der ganzen Schweiz.
Expansion 2035–2040
- 20.000 Robotaxis
- 3.000 On-Demand-Shuttles
- 100 öffentliche Busse
Dienstleistungen in zahlreichen Städten und Gemeinden in der ganzen Schweiz.
Gütertransport
Stiftung 2026–2030
- Mindestens 15 Fahrzeuge
Business Case im Bereich Logistik bestätigt.
Gründung 2030–2035
- 50 bis 100 Fahrzeuge
Automatisierte Fahrzeuge im Einsatz.
Expansion 2035–2040
- 10 % der Flotte
Automatisierte Fahrzeuge als Standardlösung.
Roadmap-Fokus
Individualverkehr
Stiftung 2026–2030
- Einzelfahrzeuge
Fahrzeuge mit Typgenehmigung der Stufe 3 auf Schweizer Autobahnen.
Gründung 2030–2035
- Mindestens 1.000 Fahrzeuge
Automatisierte Fahrzeuge auf öffentlichen Strassen.
Expansion 2035–2040
- 5 % der Flotte
Automatisierte Fahrzeuge sind Teil der Flotte.
Automatisierte Fahrzeuge werden in der Güterlogistik und im Personenverkehr eingesetzt, und die Grenze zwischen individueller und öffentlicher Nutzung verschwimmt mit dem Wachstum der geteilten Mobilität. Geschäftsmodelle, Fahrzeugtypen und die an sie gestellten Anforderungen unterscheiden sich weiterhin. In allen drei Bereichen wird nach der Gründungsphase ein rasanter Anstieg der Fahrzeugzahlen erwartet.
Handlungsfelder
Wo die Arbeit beginnt
Die Einführung automatisierter Fahrzeuge erfordert eine Reihe von Voraussetzungen und Entwicklungen. Die untenstehende Karte zeigt einige davon und markiert die prioritären Handlungsfelder. Sie dient als Ausgangspunkt für Massnahmen in der Grundlagenphase und als Arbeitsinstrument für die Umsetzung des Fahrplans. Die Karte wird fortlaufend aktualisiert: Neue Bereiche werden hinzugefügt, andere abgeschlossen und Prioritäten verschoben.
Projekte
- Ein gross angelegtes Projekt (50+ Fahrzeuge) aufsetzen
- Regionale Projekte umsetzen
- Erweitern Sie das Angebot an Fahrzeugen der Stufe 3
- Logistikprojekte entwickeln
- Grenzüberschreitende Pilotprojekte
Technologie
- Die Software weiterentwickeln
- Weiterentwicklung der Fahrzeuge
- Vereinfachen Sie die Abläufe
- Verbesserung des KI-Einsatzes
Betrieb
- Resilienz am Arbeitsplatz stärken
- Dateninfrastruktur erstellen
- Gewährleistung von Cybersicherheit und Datensicherheit
- Risiken analysieren und managen
Geschäftsmodell
- Entwicklung von Business Cases für die Logistik
- Anpassung der Nutzungs- und Tarifmodelle für den öffentlichen Nahverkehr
- Entwickeln Sie den Business Case für die Betreiber
- Modelle für die Zusammenarbeit entwickeln
Finanzierung
- Mittel für den regionalen Verkehr umverteilen
- Aufbau öffentlich-privater Partnerschaften
- Risikokapital anziehen
- Infrastrukturinvestitionen für automatisierte Fahrzeuge nutzen
- Konsortialmodelle erstellen
Regulierung
- Genehmigungsverfahren festlegen
- Vereinfachung der Typgenehmigungen
- Anforderungen für die Bereitstellung definieren
Annahme
- Wissen vermitteln
- Das Vertrauen in die Sicherheit stärken
- den politischen Prozess begleiten
- Überwachung und Steuerung
Ökosystem
- Ein Technologiezentrum einrichten
- Erstellen Sie eine Wissensdatenbank
- Beziehen Sie weitere Interessengruppen ein.
- Sicherstellen der Koordination
- Internationale Vernetzung fördern
Prioritätsmassnahmen
Weitere Massnahmen
Umsetzung
Aktionsplan, Überwachung und Steuerung
Aktionsplan
Wie schnell sich die automatisierte Mobilität in der Schweiz entwickelt, hängt von der Umsetzung wirksamer Massnahmen und damit vom Engagement der gesamten Gesellschaft ab. Der Aktionsplan wird in und mit dieser Gesellschaft entwickelt. Er bündelt die Beiträge von SAAM Mitglieder und andere Interessengruppen treffen ihre Entscheidungen freiwillig und unabhängig. Dies wird dokumentiert auf der SAAM Website und wird ständig aktualisiert.
Überwachung und Steuerung
Die Zielerreichung wird regelmässig überprüft. Das Indikatorensystem hierfür muss noch entwickelt werden, und der Aktionsplan definiert „Entwicklungsmonitoring und -messung“ als prioritäre Massnahme. Die Umsetzung des Aktionsplans wird separat überwacht: Das Büro richtet ein effizientes System zur Kontrolle der Massnahmen ein und berichtet an die SAAM Vorstand über den Stand der Umsetzung und den Bedarf an Anpassungen informieren.
Mögliches Zielgitter
Die folgenden Teilziele und Indikatoren veranschaulichen, wie die Zielmatrix strukturiert sein könnte. Der Inhalt dient als Beispiel und muss noch verfeinert werden.
- Zielsetzung Beispiel Teilziel Beispiel Indikator
- Integration Bis 2030 werden Fahrten in automatisierten öffentlichen Verkehrsmitteln in Buchungsplattformen des öffentlichen Nahverkehrs integriert. Anzahl der über Apps des öffentlichen Nahverkehrs gebuchten Fahrten.
- Bis 2030 sollen die Verfahren zur Erteilung von Genehmigungen in allen Kantonen harmonisiert sein. Grad der Harmonisierung
- Akzeptanz Bis 2030 wird die Bevölkerung ein hohes Mass an Vertrauen in automatisierte Fahrzeuge gewonnen haben. Öffentliche Zustimmung zu automatisierten Fahrzeugen im öffentlichen Nahverkehr
- Verfügbarkeit Bis 2030 sind Dienste auf Basis automatisierter Fahrzeuge in mindestens der Hälfte aller Kantone verfügbar. Durchdringungsgrad
- Nachhaltigkeit: Bis 2030 werden Kollisionen mit automatisierten Fahrzeugen zehnmal seltener auftreten als mit herkömmlichen Fahrzeugen. Ereignisse pro gefahrenem Kilometer
Das Dokument
Ein Rahmen für die Zusammenarbeit
SAAM ist die nationale Plattform für automatisiertes Fahren. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern und der Bundesregierung hat der Verband diesen Fahrplan für die automatisierte Mobilität in der Schweiz entwickelt. Die Veröffentlichung allein genügt nicht: Aus einer Vielzahl möglicher Massnahmen müssen die entscheidenden priorisiert und die gewonnenen Erkenntnisse schnell und breit zugänglich gemacht werden. Die Integration automatisierter Fahrzeuge in ein hochentwickeltes Verkehrssystem gelingt nur durch Zusammenarbeit.
Hans Wicki
Präsident
Rémy Chrétien
Direktor